Geschichte · 1/2 · 55 Min. angesetzt – Langform, jedes Wort zählt
Geschichte: Quellen, Epochen, Staatlichkeit
Geschichte ist nicht die Vergangenheit. Die ist weg. Geschichte ist die begründete Erzählung aus Quellen. Wer ohne Quelle große Sätze über „die Deutschen“ oder „den Islam“ oder „den Westen“ baut, macht Mythos.
Quelle
Rest: Urkunde, Brief, Statistik, Foto, Grabung, mündliche Aussage. Primär nah am Ereignis, sekundär die Deutung danach. Eine Quelle lügt oft – deshalb Kritik: wer schrieb für wen, mit welchem Interesse.
Epoche
Hilfsschnitt. Antike, Mittelalter, Frühe Neuzeit, Moderne. Die Schnitte sind Vereinbarung. 1492, 1789, 1914, 1945, 1989 sind Knoten, keine Magie.
Reich und Staat
Heiliges Römisches Reich war kein Nationalstaat. Der deutsche Nationalstaat 1871 ist jung. Wer 1000 Jahre Nation in die Ottonen zurückprojiziert, macht Werbung.
Revolution und Reform
1789 verschiebt Souveränität. Industrielle Revolution verschiebt Arbeit und Stadt. 1848 scheitert politisch und setzt Themen. Bismarck eint „von oben“ mit Krieg und Sozialgesetz.
Kolonialismus
Europäische Mächte nehmen fremde Gebiete als Besitz und Labor. Folgen: Grenzen ohne Völker, Rohstoffpfade, Rassismus als Verwaltungsidee, bis heute sichtbare Wirtschaftswege. Weder Heldenepos noch einziges Welterklärungsverb ist die ganze Akte.
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