Philosophie · 1/2 · 55 Min. angesetzt – Langform, jedes Wort zählt
Philosophie: Wissen, Moral, Freiheit
Philosophie ist die Disziplin, Sätze so zu stellen, dass sie begründet oder verworfen werden können. Sie ist nicht Weisheitsspruch auf einer Tasse. Drei Felder reichen für den Einstieg: Was können wir wissen? Was sollen wir tun? Was dürfen wir hoffen – und wer ist „wir“.
Erkenntnis
Empirismus setzt auf Erfahrung. Rationalismus auf Vernunftstruktur. Kritik (Kant) prüft die Bedingungen, unter denen Erfahrung überhaupt gilt. Heute: Wissenschaft erklärt zuverlässig, bleibt fehlbar. Gewissheit ist selten, Bewährung oft.
Wissen gegen Meinung
Wissen braucht Rechtfertigung und Wahrheit als Ziel. Meinung braucht nur einen Sprecher. Soziale Verstärkung macht Meinung laut, nicht wahr.
Ethik
Tugendethik fragt nach dem Charakter. Pflichtethik (Kant) nach der Verallgemeinerbarkeit der Maxime. Utilitarismus nach der Summe von Nutzen und Leid. Keine der drei löscht die anderen in jedem Fall. Wer nur eine kennt, wird zum Hammer.
Freiheit
Negativ: niemand zwingt mich. Positiv: ich kann mein Leben tatsächlich führen (Bildung, Gesundheit, Recht). Ein Staat, der nur die erste kennt, ignoriert Armut. Einer, der nur die zweite kennt, erzieht gern zu hart.
Gerechtigkeit
Jedem das Gleiche? Jedem nach Bedarf? Jedem nach Beitrag? Rawls: Ungleichheit nur, wenn die Schlechtestgestellten profitieren. Nozick: Hände weg vom rechtmäßig Erwerbenen. Der Streit ist der Stoff, nicht „wir sind halt gerecht“.
Sprache
Viele Scheingefechte sind Wortfallen. Definiere. Sonst redest du aneinander vorbei und nennst das Diskurs.
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