FIAE – Anwendungsentwicklung

LF 9 · Netzwerkinfrastruktur · 32/42 · 65 Min. angesetzt – Langform, jedes Wort zählt

WLAN und VPN: Funk und Tunnel

WLAN ist dasselbe Netz in der Luft, mit Physik dazu. Eine SSID mappt oft auf ein VLAN. PSK ist ein gemeinsames Geheimnis: wer es hat, ist „das Netz“. WPA3-Enterprise mit 802.1X bindet Konten und Zertifikate. Gäste-PSK auf dem internen VLAN ist die höfliche Form, das Haus zu öffnen.

2,4 GHz trägt weit und ist voll von Nachbarn und Mikrowellen. 5 GHz und 6 GHz tragen schneller und kürzer. Kanalplanung ist keine Geschmacksfrage. Zwei APs auf demselben Kanal im selben Flur halten sich gegenseitig auf. Roaming braucht gleiche SSID, passende Controller-Logik und Clients, die den schwachen AP auch wirklich verlassen. Sonst läuft das Handy mit einem Balken durch das ganze Gebäude und alle sagen „WLAN ist schlecht“.

Controller

Zentrale, die APs füttert: SSID, VLAN, Sendeleistung, oft Gastportal. Ohne Controller sind zehn APs zehn Inseln. Mit Controller ohne Doku ist die Insel nur unsichtbar geworden.

VPN

Ein VPN packt Verkehr in einen Tunnel zu einer Stelle, der du vertraust – Zentrale, Cloud-Eingang, Heimrouter der Firma. IPsec und TLS-basierte VPN sind zwei übliche Familien. MFA gehört an das Konto, das den Tunnel aufbaut. Split-Tunnel heißt: nur bestimmte Netze durch den Tunnel, der Rest am lokalen Internet vorbei. Das ist bequem und unterläuft oft genau die Policy, die intern gilt – DNS-Leck, wilde Updates, Schatten. Full-Tunnel ist strenger und lastet die Zentrale. Die Wahl ist ein Beschluss, kein Gefühl des Laptops.

Split-Tunnel

Bewusste Ausnahme. Ohne schriftlichen Beschluss und ohne getrennte DNS-Sicht ist er ein Loch mit Marketingnamen.

Site-to-Site verbindet Höfe, nicht einzelne Menschen. Wenn die Gegenstelle tot ist, sind die Netze hinter der Gegenstelle tot – nicht „das Internet“. Traceroute zeigt, wo der Tunnel aufhört. Das gehört in die Übergabe, nicht in das Nachts-Raten.

Prüfung

Split-Tunnel ist riskant, weil …