LF 9 · Netzwerkinfrastruktur · 33/42 · 65 Min. angesetzt – Langform, jedes Wort zählt
Messen, dokumentieren, übergeben
Ohne Messung ist „läuft“ Geschmack. Ohne Plan ist die nächste Änderung ein Einbruch in ein Gerücht. Teil 2 der IHK und der Betrieb wollen beides: Zahlen und eine Zeichnung, die ein Dritter lesen kann.
Messwerte, die eine Abnahme tragen: Link steht an welchen Ports. Durchsatz zwischen zwei Punkten (nicht Speedtest-Werbung allein). Latenz und Verlust gegen das Gateway und gegen einen äußeren Anker. Ein Client im Gäste-VLAN erreicht intern genau das, was die Policy sagt – und nichts darüber. Ein Client im Büro-VLAN bekommt DHCP, Gateway, DNS, eine Namensauflösung intern. Das schreibst du in eine Tabelle mit Datum, nicht in eine Chatnachricht „passt“.
Netzplan
Netze mit Präfix, VLAN-ID, Gateway, DHCP-Range, Übergang (welche Firewall-Zone), wer verantwortlich ist. Namen der Kästen, die in der Halle stehen, nicht nur Seriennummern auf dem Lieferschein. Ohne diesen Plan ist jede AP2-Aufgabe und jede Störung um Mitternacht teurer.
Betriebshandbuch
Wie man den Kasten erreicht, welches Konto, wo das Backup der Config liegt, welches Fenster ein Change darf. Ein Passwort in einer Mail ist kein Handbuch.
- Ist-Zustand zeichnen, bevor du den ersten VLAN-Tag änderst.
- Soll-Zustand mit denselben Wörtern: Netz, VLAN, Zone, Dienst.
- Änderung als Change (LF 6): Ziel, Risiko, Fenster, Rollback der Config-Datei.
- Messen gegen die Abnahmetabelle.
- Plan aktualisieren. Der alte Plan nach der Änderung ist eine Lüge.
Eine Woche Lernzeit an LF 9 heißt nicht „sechs Folien“. Sie heißt: diese sechs Kapitel einmal langsam, dazu an einem Kasten oder Simulator Ports sehen, eine Tabelle bauen, einen Paketweg auf Papier erzählen, eine Policy mit drei Zonen skizzieren. Die zweite Woche: dasselbe an einem zweiten Standortgedanken (Gäste, Telefonie, Management) und die Übergabe schreiben. Wer nach fünf Sätzen denkt, LF 9 sei erledigt, hat das Lernfeld mit einem Poster verwechselt.
Prüfung