FISI – Systemintegration

LF 2 · Arbeitsplatz ausstatten · 7/50 · 65 Min. angesetzt – Langform, jedes Wort zählt

Hardware Software Image Rechte

Der Bedarf steht. Jetzt wird er zu einer Stückliste, einem Image und einem Konto, das im Alltag kein Admin ist. Wer hier wieder beim Marketingnamen anfängt, hat Kapitel 1 nicht benutzt. Die Reihenfolge bleibt: Arbeit → Kriterien → Komponenten → Betriebssystem und Software → Image → Rechte → Test. Überspringst du das Image oder die Rechte, hast du einen Kasten aufgebaut, keinen Arbeitsplatz übergeben.

Hardware ist die Menge der Teile, die den Use-Case tragen, plus die Teile, ohne die der Tisch in der Halle nicht lebt: Dock, Schirme, Kabel, Schloss, Headset. Software ist das, was lizenziert, gepatcht und unterstützt wird – nicht das, was jemand privat „schon immer draufhatte“. Das Image ist die Wiederholbarkeit. Die Rechte sind die Grenze zwischen Alltag und Eingriff. In der IHK und im Betrieb fallen die Punkte oft genau hier: begründet wählen, nicht raten, Least Privilege, nachvollziehbar installieren.

Vom Use-Case zur Stückliste

CPU

Rechenwerk. Kerne und Takt gegen die Last, nicht gegen das Gefühl aus einem Video. Office und Browser sind heute selten CPU-begrenzt, sobald RAM und NVMe stimmen. CAD, Kompilieren, viele VMs, Simulation: hier zählt Kernzahl und oft eine Workstation-Klasse. Eine Spiele-CPU ohne Begründung im Angebot ist Ego. In der Diagnose: Auslastung messen, bevor du „zu langsam“ mit einem neuen Prozessor heiligt. Task-Manager und Ressourcenmonitor lügen weniger als der Flur.

RAM

Arbeitsspeicher. Volles RAM macht die schnelle CPU zur Warteschlange, weil die Platte aushelfen muss. 8 GB sind 2026 für Konstruktion, Browser mit dreißig Tabs und eine VM oft ein Mangel, kein Sparsamkeitsbeweis. 16 GB tragen den typischen Büroplatz. 32 GB und mehr sind CAD, virtuelle Maschinen, große Datenmengen. Du wählst nach gemessenem Verbrauch der Pflichtsoftware plus Reserve, nicht nach einer glatten Zahl aus dem Shop. Aufrüstbarkeit (freie Bänke) gehört in den Bedarf, wenn die Lebensdauer länger ist als der erste Softwarestand.

GPU

Grafik. Die iGPU des Prozessors reicht für Schirme, Video, Office. CAD, 3D, bestimmte Mess- und Videoschnitte brauchen eine ausgewiesene GPU und oft zertifizierte Treiber – nicht die günstigste Spielekarte. Eine GPU ohne Freigabe der CAD-Software ist eine Wette. Zwei große Schirme ohne Dock-Plan und ohne Ports am Gerät sind eine zweite Wette. Beides verlierst du in der Abnahme.

Speicher

Wo das System und die Daten liegen. NVMe-SSD für System und Arbeitsdaten am Platz ist Standard, nicht Luxus. Eine rotierende Platte als Systemplatte ist heute Wartezeit mit beweglichen Teilen. Größe nach Pflichtsoftware, lokalem Cache und der Regel, dass die Fachdaten auf dem Server oder in der Cloud leben sollen – nicht als ungesichertes Heimatverzeichnis auf C:. BitLocker oder LUKS liegen auf diesem Speicher. Ohne Verschlüsselung ist ein Laptop ein Aktenordner im Zug.

Schnittstelle und Dock

USB-A, USB-C, DisplayPort, HDMI, RJ45, Audio, oft Seriell in der Halle. Ein Laptop ohne Dock-Plan wird zum Kabelhaufen: jeden Morgen drei Stecker, jeden Abend vergessene Dongles. Ein Kabel vom Dock zu Strom, Netz, zwei Schirmen und Headset ist der Use-Case „Schreibtisch“. In der Ausstellung und an der Kasse zählt, was nach einem Tausch in fünf Minuten wieder steckt. Die Buchse am Gerät und das andere Ende am Tisch sind dieselbe Planung. Lies das Datenblatt der Ports, bevor du den zweiten 4K-Schirm versprichst.

Gehäuse und Form folgen dem Ort. Tower unter dem Tisch in der Werkstatt ist Staub und Tritt. SFF oder Thin Client, wenn die Last das hergibt. Laptop plus Dock, wenn der Mensch wechselt oder nach Hause geht. Robustes Gerät, wenn es fällt oder nass wird – und dann steht das in der Begründung, nicht „Rugged sieht ernst aus“. Netzteil, Lüfterlautstärke, VESA, Kensington, Ersatzakku: das sind Bedarfszeilen, sobald der Ort sie erzwingt.

Software und Lizenz sind Teil der Stückliste

Ein Gerät ohne Softwareliste ist ein Stein. Die Liste kommt aus dem Use-Case und aus dem Standard: OS, Office oder Alternative, Fachanwendung, Client für Mail, VPN, Endpoint-Schutz, Viewer, Drucker. Was nicht auf der Liste steht, gehört nicht auf das Image. Schatten-IT („ich hab das privat immer genutzt“) ist ein Bedarf oder ein Nein, kein stiller Download. Lizenzform zählt: Gerät, User, Concurrent, Abo. Ein günstiges Gerät mit fehlender CAD-Lizenz ist kein Angebot, es ist eine Lücke.

Betriebssystem

Windows in der Hausversion, oft Enterprise/Education wegen Richtlinie und BitLocker-Verwaltung. Linux dort, wo der Standard es trägt – Messplatz, Kiosk, Entwicklung – nicht als Überraschung auf dem Chefpult. Die Version muss Patches bekommen. Ein ausgelaufenes OS ist ein Sicherheitsvorfall in Zeitlupe, kein Sparmodell. In der Domäne: Join-Fähigkeit, Zeit, Namenskonvention. Lokal: was passiert, wenn das Gerät offline ist? Der Außendienst muss das in der Akte haben.

Image

Ein vorbereitetes System: OS, Treiber, Standardsoftware, Richtlinie, oft schon Verschlüsselung oder deren Vorbereitung. Schneller und gleicher als Handinstallation. Nur so gut wie die Pflege. Ein Image von 2019 mit totgelaufenen Treibern und drei ehemaligen Fachanwendungen ist teurer als drei Handgriffe nach Leitfaden. Autopilot, MDT, Clone, Hersteller-Provisioning – das Werkzeug ist egal gegen die Frage: Wer darf das Image ändern, wie wird ein Gerät neu geboren, wie kommt der Stand auf die Fläche?

Namenskonvention und Inventar

Der Rechner heißt nicht DESKTOP-X7K2 nach der Installation. Er heißt nach der Regel des Hauses: Standort, Typ, Nummer. Dieselbe Nummer klebt am Gehäuse, steht im Verzeichnis, im Ticket, in der CMDB. Ohne das ist jeder zweite Anruf „der graue Rechner hinten“. BIOS/UEFI-Asset-Tag, Seriennummer, Lieferung, Garantieende gehören in dieselbe Zeile. Das ist Betrieb, nicht Bürokratie.

winver
Get-ComputerInfo | Select-Object CsName, OsName, OsVersion, CsTotalPhysicalMemory
Get-PhysicalDisk
hostnamectl
lsblk
free -h

Rechte: Alltag ist nicht Admin

Least Privilege am Platz heißt: das Konto, mit dem Mail und Fachanwendung laufen, darf kein Software installieren, kein BitLocker-Recovery lesen, keine Treiber erzwingen. Dafür gibt es ein zweites Konto oder eine gesteuerte Erhöhung (LAPS, JIT, Ticket an den Service). Wer den Alltag als lokalem Admin fährt, hat jeden Download zur Änderung an der Maschine gemacht. In der IHK ist das ein Klassiker. In der Halle ist es die häufigste Art, ein Image in sechs Wochen unkenntlich zu machen.

Standardbenutzer

Alltagskonto ohne dauerhafte Admin-Rechte. Software kommt über das Image, den Softwarekatalog oder ein Paket, das der Service verteilt. Drucker und Netz kommen über Richtlinie. Wenn eine Fachanwendung „Admin“ verlangt, ist das ein Mangel der Anwendung oder ein dokumentiertes Ausnahmekonto – kein Freibrief für alle. Das Alltagskonto ist personenbezogen, nachvollziehbar, mit MFA wo das Haus das verlangt.

Lokales Admin / LAPS

Ein lokales Administratorkonto mit einzelnem, rotierendem Passwort, das das Haus kennt, nicht der Flur. Identische Passwörter auf hundert PCs sind ein Vorfall, sobald eines leckt. Domain-Join, BitLocker-TPM, Richtlinie gegen USB-Boot im Alltag: das sind Beschlüsse, die ins Image gehören, nicht in eine Checkliste, die niemand abhakt.

Join und Richtlinie

In der Domäne holt das Gerät Konten und GPO. Ohne Uhrzeit, ohne DNS auf den DC, ohne Netz am ersten Start wird aus dem Join ein Nachmittag. MDM (Intune und Verwandte) macht dasselbe für Geräte, die selten im Büro sind: Profil, BitLocker-Escrow, App-Katalog, Compliance. Der Arbeitsplatz ist erst dann im Soll, wenn die Richtlinie wirklich angekommen ist – gpresult, Compliance-Portal, nicht das Gefühl der GUI.

gpresult /r
whoami /groups
manage-bde -status
Get-LocalUser
Get-BitLockerVolume
  1. Stückliste gegen Use-Case: CPU, RAM, GPU, Speicher, Ports, Dock, Schirme, Extra.
  2. OS und Softwareliste mit Lizenzen. Was nicht drauf darf, bleibt drauf weg.
  3. Image oder Bereitstellungsweg festlegen. Namenskonvention, Inventar, Join.
  4. Verschlüsselung, Endpoint-Schutz, Update-Quelle.
  5. Alltagskonto ohne Admin. Zweites Konto oder JIT für Eingriffe.
  6. Test: Pflichtsoftware, Schirme, Dock, Netz, Richtlinie, BitLocker, Druck.

Wenn du dieses Kapitel kannst, begründest du eine Stückliste in Sätzen, die ein Einkauf und eine Prüfung lesen können, und du übergibst kein Gerät, auf dem der Alltag Admin ist. Die Abnahme und das, was nach vier Jahren mit der Platte geschieht, sind das nächste Kapitel. Nicht überspringen.

Prüfung

Das Alltagskonto am Arbeitsplatz …